Hilfe, mein Faden verknotet sich ständig!

Hilfe, mein Faden verknotet sich ständig!
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Hilfe, mein Stickzeug brennt!

oder: warum deine Stickerei blöd aussieht

Heute: Hilfe, mein Faden verknotet sich ständig!

Wer kennt es nicht? Man sucht sich liebevoll ein Stickmuster aus, wählt lange aus welcher exakte Farbton zu den Stichen passen würde, fädelt den Faden ein und legt los und dann…. Fadensalat. Der Faden entschliesst sich zu streiken und legt sich quer wie eine Katze, die nicht in die Transportbox will. Sei es die kleine passiv-aggressive Schlaufe, die sich mysteriöserweise mit einem fiesen Knoten verbündet oder der ausgewachsene Fadensalat: warum muss es gerade mir passieren?

Leider leider ist der Faden nicht die alleinige Ursache des Problems. Wie? Ja, du hast mindestens genausoviel Anteil daran!

Stellen wir uns einmal den Faden vor. Er ist oft frisch aus dem Strang, Knäul oder sogar von der Spule, also irgendwie im Kreis aufgewickelt. Das bedeutet die Fasern sind es in dem Moment wenn sie abgewickelt werden noch gewöhnt im Kreis gedreht zu sein. Wenn der Faden dann sofort benutzt wird, ist das Einkringeln vorprogrammiert! Das ist ähnlich wie jemanden zu 20mal um die eigene Achse zu drehen und dann zu sagen: Geh gerade aus! – Geht nicht.

Fadensalat

Was also tun um Fadensalat zu vermeiden?

Langes Fädchen, faules Mädchen!

So gerne du auch lieber etwas mehr Faden abschneidest um das nervige Einfädeln zu vermeiden – je länger der Faden desto größer die Gefahr für den Fadensalat. Und mal Hand aufs Herz, brauchst du nicht viel länger um nervige Knoten zu entwirren als einen neuen Faden einzufädeln?

Die zweite Sache, die für einen kurzen Faden spricht, ist, dass der Faden bei jedem Zug durch den Stoff beansprucht wird und die Fasern angerauht werden. Das heißt, der letzte Teil des Fadens sieht meist nicht mehr ganz so schön glänzend und frisch aus wie am Anfang. Das ist besonders auffällig bei Glanzgarnen oder Bändern.

Wie lang sollte der Faden also sein? Ich persönlich finde die Länge von einer Elle, also von Hand bis Ellenbogen sehr angenehm. Das sind in etwa 30cm bei mir und entspricht bei den gängigen Garnen im Strang einer Umdrehung (deshalb wird wohl auch gerne einfach an einer Seite aufgeschnitten, so hat man immer die perfekte Länge fürs Sticken).

Den Faden streicheln

Natürlich nicht einfach so, sondern so: Um den überschüssigen Drall aus dem Faden zu nehmen, streichst du 10x vor dem Lossticken den Faden von oben nach unten entlang. Durch werden die Fasern glatt gezogen und informiert, dass sie jetzt nicht mehr im Kreis sondern geradeaus liegen sollen.

Wenn man mit teilbarem Stickgarn stickt, kann man zusätzlich die Fäden einmal komplett vereinzeln und erst dann die gewünschte Menge zusammensetzen. So kann man sich noch sicherer sein, dass sich die Fäden benehmen und nicht verknoten.

 Zu guter Letzt: Langsam machen

Wir sind ja zum Glück nicht beim Wettbewerb! Ziehst du deinen Faden langsam durch den Stoff, ist die Wahrscheinlichkeit des Verknotens gleich null. Denn oftmals ist es unsere Ungeduld, die uns zu sehr am Faden rucken lässt – dadurch bilden sich Schlaufen und zack da ist wieder ein Knoten! Lass dir Zeit und gib deinem Faden eine Chance sich zu benehmen und deinen perfekten Stich zu bilden.

Was tun wenn mein Faden sich schon verknotet hat?

Nun bist du vielleicht hier, weil es schon passiert ist und du regelmäßig verzweifelst? Alles klar, hier kommt die Lösung:

1. Niemals gewalttätig werden. DENN: Knoten tendieren dazu fester zu werden wenn man daran zieht (das ist im übrigen ihr Zweck). Also locker lassen und erst einmal nachsehen wo es hakt bevor durch unnötiges Ziehen der Knoten so eng wird, dass du eine Schere brauchst.

Knotenschlaufe lösen

2. Schlaufen mit Knoten gehen am einfachsten zu lösen. Steche die Nadel in die Schlaufe und halte eines der beiden Fadenenden hinter dem Knoten fest. Jetzt zieh mit der Nadel die Schlaufe an. Wird sie kleiner, zieh solange bis der Knoten verschwindet. Bewegt sich nichts, halte mit der Hand den anderen Faden fest und zieh dann noch einmal.

Fadensalat

3. Fadensalat. Tut mir leid das war’s. Leider Schere. Nein, nur Spaß! Auch hier gilt wieder: locker lassen und erstmal anschauen wo überhaupt etwas verknotet ist. Es lässt sich immer nur der Teil des Fadens lockern, wo die Nadel dran hängt. Also an dieser Seite anfangen zu entschlaufen. Oft ist das Problem bei Fadensalat einfach nur, dass zuviel Faden auf einmal durch den Stoff soll. Beim Entschlaufen am Besten mit der linken (oder rechten bei Linkshändern) Hand den letzten Stich festhalten, damit er durch das Entwirren nicht die Form verliert und zu straff gezogen wird.

So, das war es auch schon für heute! Bis zur nächsten 1. Hilfe!

Hilfe, mein Faden verknotet sich ständig! - oder: warum du ein faules Mädchen bist

 

 

 

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