Märchenhafte Stickereiein, die zum Träumen verführen – Liskin Dol Interview

Interview mit Liskin Dol

Kennst du das Gefühl wenn du über die Werke eines Künstlers stolperst, in eine ganz andere Welt gezogen wirst, die sich merkwürdig vertraut anfühlt – als würdest du nach Hause kommen?

So fühlte es sich an als ich zum aller ersten Mal das Bild von Ellen‘s gesticktem Eisbären umrahmt von einem Kranz aus Zweigen sah.

Disclaimer: Dieser Blogpost enthält Werbung (unbeauftragt) und Affiliate Links zu Ellen’s Etsy Shop.


Interview mit Liskin Dol

Hi Ellen, ich bin so froh dich heute hier zu haben! Kannst du dich kurz vorstellen?

Hi! Und ich freue mich sehr deine Fragen zu beantworten!

Kurze Einführung – ok, ich bin Ellen und lebe für die Kreativität. Das ist der Sinn meines Lebens. Kreativität und Natur. Und mein Leben ist erfüllt davon. Ich erschaffe kontinuierlich, weil ich einfach nicht still sitzen kann. Wenn ich einmal nichts mit meinen Händen mache, gehe ich im Wald spazieren. Ich glaube daran, dass wir das tun müssen, was uns Freude bringt (wenn es nichts Schlechtes ist natürlich 🙂 ) So empfinde ich das für mich selbst. Diesen Sommer habe ich einen Bachelorabschluss in Journalismus erreicht, aber ich habe nicht als Journalistin gearbeitet und werde es auch nicht. Ich bin glücklich mit meiner Kunst.


Als ich deinen Instagram Account zum ersten Mal gesehen habe, war ich sofort verzaubert von dem Teil der Welt, den du in deinen Bildern zeigst. Kannst du mehr über den Ort erzählen an dem du lebst?

Den Großteil des Jahres lebe ich in einer Holzhütte in der Nähe des Waldes. Sie ist 80km nördlich von Saint-Petersburg. Wir sind umgeben von wilden Feldern und Tälern, wundervollen Tannenwäldern und es gibt hier eine Menge reiner Seen und Flüsse. Für mich ist es der beste Platz auf der Erde. Ich vermisse es jedes Mal wenn ich nicht dort bin. In unserer kleinen Hütte haben wir nicht die Vorzüge der Zivilisation. Manchmal, nach einem großen Sturm zum Beispiel, haben wir nicht einmal Strom. Aber ich liebe es. So sind wir näher an der Natur.

The charming nature of embroidery by Ellen Tyn - an interview with Liskin dol

Wann hast du angefangen zu sticken und wie? Erinnerst du dich an dein allererstes Projekt?

Ich erinnere mich an das erste Mal als ich ein Bild mit einfachen Stichen gestickt habe, ich war 4 Jahre alt. Es war eine Übung in meinem Kindergarten. Wir sollten nur einmal etwas sticken, aber ich mochte es so sehr und stickte noch ein paar Bilder mehr. Es waren Bäume mit großen Aushöhlungen und Sonnen mit Gesichtern. Später mochte ich Kreuzstich sehr gern. Alle Geschenke für meine Eltern damals waren Kreuzstichbilder. Die Stickereien meiner Großmutter habe ich sehr bewundert, aber ich dachte, dass es sehr schwer wäre.

Als ich schon einen Etsy Shop und eine Instagram Seite hatte, machte ich ein Ostergeschenk für meine Großmutter mit Appliqué und einfachen Stichen. Irgendjemand seh ein Foto davon in meiner Galerie und fragte, ob man das auch bestellen könnte. Danach begann ich mehr zu sticken. Inzwischen mag ich kein Kreuzstich mehr. Ich kann nicht sagen, dass meine Stickereien ordentlich und grazil sind. Ich benutze weiterhin einfache Stiche und ich denke das ist mein Stil. Im Übrigen erscheint mir Sticken immer noch als schwer. Aber inzwischen zeige ich ein paar der Techniken meiner Großmutter 🙂

Du erschaffst so viele unterschiedliche Dinge – Buchumschläge, Nadelhefte, Wandschmuck, Broschen, Ketten – wie findest du die Inspiration für neue Projekte?

Das ist eine sehr schwere Frage 🙂 Dann ich finde überall Inspiration! Und ich kann nie klar sagen woher ich diese oder jene Idee hatte. Meistens kommen neue Ideen während ich an etwas anderem arbeite.

Lass uns ein wenig über das Sticken reden!

Wie ordnest du deine Stickmaterialien wie Stickgarn, Stoffe und Werkzeuge?

Um ehrlich zu sein waren bis vor Kurzem noch alle meine Werkzeuge und Stickgarn ein großes Durcheinander! Aber versuche ich einen perfekten Arbeitsbereich einzurichten. Ich habe einen Behälter für meine Nadeln und Scheren, meine Lieblings-Leinenstoffe sind in einer großen Kiste und das Stickgarn ist nach Farben sortiert. Ich träume von einer sehr großen Werkstatt mit tausenden Kisten, Regalen und anderem. Aber wer tut das nicht?

Du hast eine sehr einzigartige Methode einen runden Rahmen aus Zweigen zu machen. Magst du mit uns teilen wie du das machst?

Ich benutze Heidekrautzweige weil sie sehr stark sind. Direkt nachdem ich sie gesammelt habe, mache ich den Kranz und lege sie um etwas Rundes wie ein Glas zum trocknen. Danach nähe ich den Kranz einfach an der Rückseite des Stickbildes fest. Es sollte dicke Pappe in die Stickerei eingenäht sein damit es hält.

 

Interview mit Liskin Dol

Was ist dein Lieblingsteil am ganzen Stickprozess?

Ich bin eine Person, die gerne das Ergebnis in den Händen hält. Also liebe ich es wenn eine Stickerei fertig ist. Ich mag den ganzen Prozess, ehrlich, aber das Beste ist es den Heidkrautkranz an die Stickerei zu nähen.

Welches Stickprojekt hast du als besonders herausfordernd empfunden?

Ich denke so ein Projekt kommt gerade. Ich möchte noch keine Geheimnisse verraten, aber soviel sei verraten: ich werde eine Kollektion an Kleidung machen. Es ist sehr schwierig damit anzufangen!

Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben, das gerade begonnen hat sticken zu lernen?

Eigentlich möchte ich nur sagen, dass du versuchen solltest du selbst zu bleiben. Versuche verschiedene Techniken und Materialien und kombiniere sie. Es ist der einzige Weg um deinen eigenen Stil zu erschaffen. Lies nicht all die Bücher und schau dir nicht die Meisterkurse an. Nur Selbststudium. Und erst nachdem du etwas von allein gelernt hast, kannst du damit anfangen die Literatur zu benutzen und einige Ratschläge auf deinen Stil anzuwenden.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast alle Fragen zu beantworten!

Thank you very much, I enjoyed answering!

Du kannst Ellen und ihre traumhaften Werke hier finden:

Instagram

Etsy

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The charming nature of embroidery by Ellen Tyn - an interview with Liskin dol

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